Basteln mit veganem Leder – SnapPap im Test

Wahrscheinlich haben die wenigsten von euch schon mal von SnapPap gehört, aber einige von euch hatten es vielleicht schon mal unbewusst zwischen den Fingern. Ich habe mich in dieses Material verliebt, als ich mir so einen dieser unverschämt teuren „Paper Bins“ (ja, so ein großer Sack aus Papier…) im Internet gekauft habe, die man momentan in jedem gut dekorierten Pinterest Bild findet. So ein oben umgekrempelter Papiersack im Zimmer ist der letzte Schrei.

Ich hätte NIE gedacht, dass dieses Teil (60 Euro!) so lange hält, aber er ist unkaputtbar, standfest, waschbar und sogar ziemlich wasserdicht. Wir nutzen ihn Zuhause in der Küche als Papiermülleimer und er wird jeden Tag hart gefordert.

Wie bin ich auf SnapPap gekommen?

Ich konnte mir das Material nicht erklären und hab ganz einfach Pinterest gefragt (Google für Bastler) und alles eingegeben, was mir dazu in den Sinn kam: Paper, Paper Bin, Paper Sewing, Leather Lookalike… Was auch immer – wie beim stalken, irgendwelche Begriffe führen immer zum Ziel.

SnapPap heißt das Zaubermaterial, wird in Deutschland hergestellt und ist eine Mischung aus Papier und Kunststofffasern. Das Material ist recht neu auf dem Markt ist und auch „veganes Leder“ genannt wird. Angeblich kann man dieses Material bedrucken, vernähen und sogar bebügeln und waschen. Als Gelegenheitsbastler klingt das nach etwas, das einfach und cool ist. Man muss keine Ränder versäubern und hat ein robustes Material, das man aber man normalen „Gerätschaften“ bearbeiten kann. Ich finde nichts schlimmer, als sich für eine Bastelidee erst mal ein riesen Equipment anzulegen – als würde ich kochen wollen und hätte nur Ketchup im Kühlschrank. Naja, man muss halt Dinge finden, für die man nur Nudeln kaufen muss, um satt zu werden.

Sorry, ich hab Hunger und schweife ab.

Was braucht man zum Basteln?

Zuallererst braucht ihr natürlich etwas von diesem Zaubermaterial. Da es das leider noch nicht in jedem Bastelshop um die Ecke gibt, bestellt man es am besten direkt im Internet. Die Preise liegen ca. bei 11 Euro für ein 50x150cm Stück, das gleicht in etwa den Preisen von Stoff.

Schneiden?

Das Material lässt sich sehr einfach schneiden. Ihr könnt eine Schere für kleinere Stücke oder eine Schneidematte und Cutter für größere und geradere Stücke verwenden.

Nähen oder Kleben?

Wer mit dem Material nähen möchte, der braucht eine gewöhnliche Nähmaschine oder viel Geduld mit Sticknadel und dickem Garn.

Wer sein Material lieber klebt, der kann mit doppelseitigen Klebestreifen, Flüssigkleber oder einer Heißklebepistole arbeiten. Bei meiner weißen Clutch habe ich nur zwei Nieten zum Schrauben verwendet, mehr war gar nicht nötig.

Verzieren?

Ihr könnt zum Verzieren Eddings, Steinchen zum Aufkleben oder Sprühlacke verwenden – bestimmt aber noch ganz viel mehr.

Für kleine Täschchen könnt ihr auch ganz normale Reißverschlüsse oder Knöpfe verwenden, genausogut könnt ihr auch andere Materialien wie z.B. Stoff mit dem Papier verbinden, wenn ihr z.B. bei einem Mäppchen eine Innentasche aus Stoff haben wollt. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

TIPP: Probiert doch an einem kleinen Stückchen ein paar Sachen aus, z.B. ob die Farben gut halten oder wie die Intensität der Farbe auf dem Material rüberkommt.

Sämtliches Material bekommt ihr z.B. auf Snaply, die uns freundlicherweise Material und Werkzeug zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt haben. Auf der Seite bekommt ihr auch viele Inspirationen und Bastelvorschläge! Schaut doch mal vorbei 🙂

Unsere Ergebnisse

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Ich habe mich an einer Clutch in Form eines Briefumschlags gewagt und die Ecken nur mit zwei Nieten verbunden. Die ganze Tasche besteht aus nur einem Stück Papier und wenn man das Schnittmuster erst mal auf einem großen Stück Papier vorgezeichnet und ausgeschnitten hat, ist das schon die halbe Miete.

Ich habe die Tasche so angelegt, dass A4 Dokumente reinpassen – aber das könnt ihr ganz individuell für euch entscheiden. Wenn ihr auf Pinterest „Evelope Clutch Pattern“ eingebt, bekommt ihr viele verschiedene Schnittmuster, nach denen ihr euch richten könnt.

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Verziert habe ich die Clutch mit „Fake Nieten“, die ich mit Strasskleber angeklebt habe.

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Hier gibt’s ein weiteres Modell, das wir am Rand einfach mit einem Kupfer Edding bemalt haben. Metallketten findet ihr in Bastelshops, z.B. bei Idee.

1954_neuHier haben wri ein einfacheres Schnittmuster verwendet und die Umrisse einmal vernäht. Leider hatten wir kein Garn in Neon oder Metallic, das sieht bestimmt cool aus!

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Hier mal ganz grob skizziert, wie wir das gemacht haben. Der kleine Riemen wird vorne angeklebt/genäht.

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Als letzte Variation haben wir noch eine Geschenverpackung gemacht. Mit einem anderen Verschluss statt Schleife könnte es aber auch genau so gut eine Handyhülle werden. Das ist das schöne an dem Material, es ist wirklich vielseitig einsetzbar.

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Tja – so einfach, so gut. Ecken verkleben oder vernähen und fertig isses.

Unsere Meinung

Ziemlich cooles Material mit vielen Einsatzmöglichkeiten! Noch gehen wir mit den Ergebnissen vorsichtig um, aber ich freue mich schon auf die ersten Gebrauchsspuren – ob es vom Look irgendwann wirklich an Leder erinnert? Wir sind gespannt!

Das Verarbeiten war einfach, aber man traut sich noch nicht so ganz, etwas mehr zu experimentieren, da man das Material noch nicht so gut kennt. Ausprobieren lohnt sich auf jeden Fall und bei diesen selbstgebastelten Geschenken hat man definitiv immer das Interesse auf sich gezogen. Ich bin gespannt, was es in Zukunft alles in diesem Material geben wird und freue mich auf eure Meinung, Tipps oder sogar Foto Ergebnisse!

Eure Joana & Team

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Behind the Scenes:

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Alessa in ihrem Element. Ich denke, das ist ihre übliche Arbeitshaltung.

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Miriam mit ihrem Dummy – mit einem simplen Papiermuster könnt ihr die Größenverhältnisse gut testen, ohne es direkt mit dem guten Material zu versuchen.

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Auf Pinterest findet ihr viele Inspirationen und Vorlagen, nach denen ihr euch richten könnt.

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So sieht ein gemütlicher Bastelabend aus. Eigentlich haben wir dafür in meinem Büro einen großen Tisch, aber leider haben wir da noch kein Licht. Tja – so geht’s auch! Ist der Teppich nicht ein Traum? Ohje…8028web 8027web

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Miriam guckt immer so böse, wenn sie konzentriert ist, dass ich immer lachen muss.

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Wenn der Dummy passt, kann man die Umrisse dann auf das „finale“ Material übertragen.

Mehr „Behind the Scenes“ gibt’s wie immer auf Snapchat, wo wir euch gern mit in unseren Alltag nehmen!

Joana: lichtpoetin // Miriam: mibun // Judith: youdidx3 // Alina: alinagroebi

13 Antworten zu “Basteln mit veganem Leder – SnapPap im Test”

  1. Laura sagt:

    Sehr schöner Post. Mal was neues und ganz aanderes. Ich guck auch immer böse wenn ich konzentriert bin. Liebe grüße an Miriam. 😉 schreibt nina auch mal ein post? Ihr outfit heute sieht zb mega aus. Leider versteht man auf snapchat die details nocht so gut. Habe extra laut gestellt. 😀
    LG Laura

  2. Fraencis Daencis sagt:

    Echt eine coole Idee! Hatte euren Bastelabend schon auf Snapchat verfolgt und war gespannt, womit ihr eigentlich nun wirklich bastelt. Das Material klingt sehr spannend und eure ersten Ergebnisse sehen klasse aus.

    Ich folge euch bei Snapchat und denke mir öfter mal: Ach ja, dort würde ich auch gerne arbeiten! Es sieht nach einer tollen Arbeitsatmosphäre aus.

    Liebe Grüße,
    Fraencis

  3. Lena sagt:

    Ich kenne Snappap zufällig schon etwas länger und finds echt super, hatte es aber leider noch nie in der Hand. Damit es mehr diese Lederstruktur bekommt, muss man es waschen und ordentlich kneten. Auf ringelmiez gibts auch einen Post dazu.
    Liebe Grüße,
    Lena

  4. Tina sagt:

    Wo hast du denn euren Paper Bin gekauft?:)

  5. S. sagt:

    Ganz ehrlich? Ich hatte bis eben noch nie von SnapPap gehört, aber eure Ergebnisse sehen so toll aus, dass ich gerade das unglaubliche Bedürfnis habe, mir auch etwas von diesem „veganen Leder“ zu kaufen! 😀
    Liebe Grüße
    S.
    http://www.cappuccinocouture.blogspot.de/

  6. Kristin sagt:

    Ich finde vor allem die schwarze Clutch ist euch so gut gelungen 🙂
    Es hat btw auch sehr viel Spaß gemacht die Bande mal wieder auf snapchat zu verfolgen (haha)

    Grüße, Kristin von

  7. Krissisophie sagt:

    Hört sich sehr interessant an, kannte das Material vorher noch gar nicht! Die Clutches sehen echt super super schön aus 🙂 Leider bin ich so gar nicht der Bastler-ich bin viel zu ungeduldig dafür!

    Ganz liebe Grüße,
    Krissisophie von the marquise diamond
    http://themarquisediamond.de/

  8. Kat sagt:

    Das ist ja mal was ganz anderes – finde ich super!
    Ich glaube ich muss euch mal auf Snapchat adden, um noch ein bisschen Stalker spielen zu können. 🙂

    xx aus Österreich,
    Kat

    www.teastoriesblog.com

  9. Irina sagt:

    Hat es einen besonderen Grund, dass es so ruhig um Euch geworden ist? Ich schau jeden Tag min. 2 mal nach und bin immer ein wenig enttäuscht, dass doch schon länger kein neuer Post online ist. 🙁

  10. Julia sagt:

    Über das Material bin ich auch schon mal vor einer Weile gestolpert, aber konnte es selbst noch nicht zum basteln ausprobieren. Ich wüsste auch im ersten Augenblick gar nicht, was ich damit machen kann 😀 Habt ihr den Bären auch daraus gemacht? Der ist ja cool… ^^ Wenn nicht, wo findet man den? 😮

    Alles Liebe,
    Julia

  11. Olga sagt:

    Kann man das „Leder“ auch mit Hitze (für Siebdruck) behandeln?

  12. anni sagt:

    Hallo Joana, woher ist denn der tolle weinrote lange Pullover den du da anhast? 🙂

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